Prinzpien

Lebensbund

Der VVDSt und seine Mitgliedsbünde sind mehr als nur eine Gemeinschaft von Studenten. Wir sind ein Lebensbund! Unsere Gemeinschaft bleibt über das Studium hinaus bestehen. Uns ist es nicht egal, wenn einer von uns private oder berufliche Probleme hat, wir helfen einander. Ältere Studenten helfen jüngeren bei den ersten Schritten in Universität und Hochschule und unsere Alten Herren, die bereits im Berufsleben stehen, helfen unseren Absolventen beim Einstieg in das Leben nach dem Studium, sei es durch persönliche Ratschläge oder Vermittlung von Praktika oder Arbeitsplätzen.

Toleranz und Bundesbrüderlichkeit

Auch unsere Gemeinschaft ist nicht frei von Konflikten, zwischen Jung und Alt oder zwischen verschiedenen politischen oder weltanschaulichen Ansichten. Wir setzen uns mit diesen auftretenden Konflikten auseinander und achten dabei die Meinung Andersdenkender. Wir reden uns untereinander mit »Bundesbruder« an und duzen uns, egal ob zwanzigjähriger Erstsemester oder neunzigjähriger Alter Herr.

Convents- und Demokratieprinzip

Alle wichtigen Entscheidungen werden auf den Mitgliederversammlungen, den Conventen, gefällt, auf denen grundsätzlich jeder Aktive gleiches Stimmrecht hat. Wir nennen das Conventsprinzip. Der Senior vertritt die Verbindung nach außen, ist aber dem Convent verpflichtet und stets nur primus inter pares (»Der Erste unter Gleichen!«).

Politisches Prinzip

Die Vereine Deutscher Studenten setzen sich durch Vorträge, Tagungen, Seminare, Diskussionen und Exkursionen mit den politischen, sozialen und kulturellen Problemen unserer Gesellschaft auseinander, betreiben also politische Bildung unabhängig von den politischen Überzeugungen einzelner Bundesbrüder. Wir fordern und fördern unsere Mitglieder in der Entwicklung zu engagierten und aktiven Persönlichkeiten unserer Gesellschaft. Wir lehnen aber, als Verbindungen in denen verschiedene (partei)politische Ansichten vertreten sind, jede politische Stellungnahme, die nicht mit unseren Zielen und Idealen vereinbar ist, als Gesamtheit grundsätzlich ab, da dies unserem Toleranzprinzip widersprechen würde.

 Männerbund

Bei uns können lediglich Männer Mitglied werden! Das heißt natürlich nicht, daß wir frauenfeindlich sind. Ehefrauen, Verlobte, Freundinnen und weibliche Gäste sind auf fast jeder unserer Veranstaltungen dabei und stehen dem Männerbundprinzip meist verständnisvoller gegenüber als viele Männer. In unserer Gesellschaft gibt es schließlich auch andere Vereine und Organisationen, die nach Geschlechtern getrennt sind, beispielsweise Sportvereine.

»Schwarzes Prinzip«

Der VVDSt und seine Mitgliedsbünde bekennen sich zu den hergebrachten Traditionen des korporationsstudentischen Brauchtums. Das Schlagen von Bestimmungsmensuren gehörte und gehört dabei nicht zu den Traditionen der Vereine Deutscher Studenten und wird nicht praktiziert. Darüber hinaus sind die Vereine Deutscher Studenten sog. »Schwarze Verbindungen«, d.h. wir tragen unsere Farben nicht, wie viele andere Verbindungen, in Band und Mütze. Dies erklärt sich aus der Verbandsgeschichte des VVDSt. Die ersten Vereine Deutscher Studenten waren keine Verbindungen, sondern interkorporative Zusammenschlüsse politisch interessierter Studenten. Daher wählte man 1881 als Ausdruck der Verbundenheit zum Deutschen Reich die Reichsfarben schwarz-weiß-rot. Nachdem sich die Vereine Deutscher Studenten zu Studentenverbindungen entwickelt hatten, behielt man die Farben bei, daß Tragen von Band und Mütze setzte sich jedoch nicht durch. Das Schwarze Prinzip wurde fortan mit dem Gedanken verknüpft, dass VDSter sich nicht durch äußere Zeichen von der Gesellschaft abgrenzen wollen. Dennoch wurden korporative Elemente in den Vereinen Deutscher Studenten immer stärker, so dass bis heute die Farben schwarz-weiß-rot in verschiedenen Formen geführt werden. Die Vereine Deutscher Studenten führen diese Farben, als Symbol der nationalen Einigung von 1871, bis heute als Verbindungsfarben, ohne daß dadurch eine bestimmte politische oder weltanschauliche Grundhaltung zum Ausdruck gebracht werden soll.

Verbandsprinzip

Pro Universität(sstadt) gibt es in unserem Verband nur einen VDSt. Dadurch entsteht ein sehr enges Netzwerk der Vereine Deutscher Studenten untereinander. Wir alle, egal in welcher Stadt wir aktiv sind, sind »Bundesbrüder« und werden, wenn wir einmal die Universität wechseln wollen, automatisch an den dortigen VDSt »überstellt«, sofern es einen gibt. Daher gibt es gute Beziehungen in ca. 40 Universitätsstädte in Deutschland, Österreich und Ungarn.