Alter Herr? Was ist das denn?

Nun, mit dem – hoffentlich erfolgreichen – Ende des Studiums und dem Eintritt ins Berufsleben ist man den Bundesbruder längst noch nicht los. Er bleibt und rückt auf dem Spielplan ein weiteres Feld vor: Er wird Alter Herr, auch wenn er vielleicht erst 24 oder 25 ist.

Das aber bleibt er dann auch – natürlich nicht 24 oder 25, sondern Alter Herr. Und für diese Ehre zahlt er auch gerne ein paar Euro mehr. Schließlich verdient er jetzt ja auch durch seiner Hände Arbeit oder durch geistige Kreativität.

Außerdem will er sich dankbar erweisen für ein tolles Studentenleben und günstiges Wohnen während der Studienzeit, für Freundschaften, die nicht mit Diplom, Bachelor oder Master enden, sondern ein ganzes Leben halten.

Und bei den Aktiven ist er immer wieder gern gesehen, nicht nur wegen einer gelegentlichen Bierspende, sondern vor allem, weil er Rat in vielen Lebenslagen gibt und jeder neuen Studentengeneration aufgeschlossen gegenübertritt.

Der Alte Herr genießt dabei Ansehen und einen Respekt, den er sich woanders – im Beruf, in der Familie, im neuen Bekanntenkreis – erst erarbeiten muss. So profitieren beide Seiten – Alt und Jung – von dem Lebensbund. Man darf es ohne Übertreibung auch „Generationenvertrag“ nennen.

Manchmal aber findet der Alte Herr, dass die Aktiven etwas mehr Dankbarkeit zeigen könnten, zum Beispiel beim jährlichen Fußballspiel. Es muss ja nicht immer nur die eine Seite gewinnen.

Ansonsten aber ist die „friedliche Koexistenz“ nicht bedroht. Vor allem ist allen der Zustand des Hauses ein Herzensanliegen. Wenn einer die „Seele“ des VDSt Aachen-Breslau II sucht, in der Nizzaallee 2 findet er sie: in jedem Raum, in jeder Ecke, in jedem Winkel, im Keller, im Garten und auf dem Söller. Ein Haus, um fröhlich zu feiern, lebhaft zu diskutieren und strebsam zu studieren.

So erwischt es am Ende jeden, auch wenn er sich als frischer Fux nicht vorstellen kann, in wenigen Jahren schon selbst zu den „alten Säcken“ zu zählen. Doch keine Angst, das Leben bleibt auch dann lebenswert. Vor allem, weil man immer wieder neue, junge, aufgeschlossene Leute kennenlernt.